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Immer wieder kommen Flashbacks, wir fühlen uns krank und die Ärzte finden nichts. Kann es sein, dass wir vielleicht unverarbeitete Traumata mit uns herumtragen?

Immer wieder kommen Flashbacks, wir fühlen uns krank und die Ärzte finden nichts. Kann es sein, dass wir vielleicht unverarbeitete Traumata mit uns herumtragen? Das sollten wir prüfen.

Unverarbeitetes Trauma


Unverarbeitetes Trauma was tun?

Gleich vorweg ganz klar etwas, das niemand machen muss. Die Vorstellungen der Traumatherapie und Trauma-Auflösung sind weiter fortgeschritten, als es manchmal dargestellt und viel öfter angenommen wird. Niemand muss sich dazu massiv motivieren oder gar zwingen lassen, seine traumatischen Erlebnisse zu erzählen und nach ihnen zu forschen. Unser Unterbewusstsein schützt uns davor, allzu schlimme Erfahrungen zu erinnern, damit wir nicht immer wieder neu von den gleichen Erlebnissen belastet werden. Woran man sich nicht erinnert, das muss man nicht durch Druck verändern.

Man darf keine Erinnerungen bearbeiten, bevor man sich in der Lage fühlt, damit auch umgehen zu können. Deswegen sind „Quick and Dirty“ Lösungen, viele fragwürdige Methoden aus dem esoterischen Bereich und auch tiefenpsychologischs Vorgehen oder eine Aufstellung sehr gefährlich und mit großer Vorsicht zu genießen.

Erinnerungen lassen sich zudem nicht erzwingen, sondern geben sich sozusagen von alleine dann preis, wenn es geschieht. Das können wir nicht heraufbeschwören und das sollten wir auch nicht herausfordern. Wenn wir stark genug und stabil sind, dann können wir mit der notwendigen und angemessenen Unterstützung an die Aufarbeitung gehen, wenn wir das unbedingt wollen.

Um gut durch den Alltag zu kommen ist es nicht wichtig, dass man alles aufarbeitet, was einmal gewesen ist. Das ist so albern und falsch wie es nur sein kann. Man darf diese Dinge nicht um jede Konsequenz erforschen wollen und danach noch tiefer abrutschen, obwohl unser Unterbewusstsein eine Art Safe gefunden hatte, in der es abgelegt war. Vor allem dann, wenn ich selbst das nicht möchte, hat niemand das Recht, mich zu bedrängen – auf gar keinen Fall.

Das ist auch ein Grund dafür, warum wir Zeit brauchen. Wir müssen unseren Alltag leben können, Gefühle verarbeiten lernen, die schönen Seiten des Lebens wieder sehen können und uns besser, stärker und dem Leben gewachsen fühlen, bevor wir ein Trauma angehen und es in der Tiefe bearbeiten.

Traumafolgestörungen

Es kommt seelisch und körperlich zu Störungen, wenn wir Traumata nicht auflösen und nicht verarbeiten können. Nochmals klar gesagt: Das bedeutet nicht, dass wir alles aus der Vergangenheit aufarbeiten müssen. Die nachfolgenden Dinge können Anzeichen dafür sein, dass wir ein Trauma nicht verarbeitet bzw. aufgelöst haben und in der Gegenwart damit immer noch überfordert sind.

Körperliche Traumafolgestörungen

  • Ekel vor dem eigenen Körper
  • Empfindungsstörungen
  • Verspannungen
  • Diffuse Schmerzen
  • Hormonstörungen
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Alpträume
  • Flashbacks
  • Körpererinnerungen

Seelische/geistige/soziale Traumafolgestörungen

  • Schreckhaftigkeit
  • Reizbarkeit bzw. unkontrollierte Gefühlsausbrüche
  • Überwachsamkeit
  • Kontrollbedürfnisse
  • inneres Wiedererleben traumatischer Situationen
  • Vermeidungsverhalten
  • Scham- und Schuldgefühle
  • Empfindung von Leere und Hoffnungslosigkeit
  • Rückzug sowie verstärktes „Dichtmachen“
  • Depressionen
  • Ängste
  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Konzentrationsstörungen
  • Halluzinationen
  • Gedächtnisverluste
  • Vertrauensverlust
  • Beziehungsstörungen
  • Verlustangst

Die Posttraumatische Belastungsstörung

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS/PTSD) nennt man es, wenn die traumatischen Ereignisse über einen längeren Zeitraum nicht verarbeitet werden können und die Belastungen bzw. Einschränkungen massiv sind. Die genaue Diagnostik ist hierbei jedoch nicht Ziel der Darstellung / Schilderung. Hier geht es nur darum, auf etwas hinzuweisen, was zu diagnostizieren in professionelle Hände gehört.

Es kommt hierdurch oftmals zu:

  • Ängsten
  • Zwangsstörungen
  • Depressionen
  • Essstörungen
  • Somatisierung
  • Selbstverletzungen
  • Suchterkrankungen
  • Borderline Störung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das Trauma zerstört also durchaus nach und nach Körper und Seele, wenn es schwerwiegend/intensiv genug war und nicht verarbeitet wird. Oftmals findet man keine körperlichen Ursachen und beruhigt leider zu oft die Menschen, die sich hilfesuchend an die Ärzte wenden, weil man „nichts finden kann“. Natürlich ist das nicht pauschal so zu sagen, aber es kommt durchaus häufig vor. Das ist natürlich auch der Überlastung des Gesundheitssystems geschuldet, dessen Name manchmal auch schon lächerlich wirkt. Manchmal fehlen aber auch den Ärzten die Informationen und leider auch die Sachkenntnis. Durch die Überlastung und unzumutbare Terminvergaben bei Psychiatern und Psychologen wird dann eine Diagnostik oftmals einfach unmöglich. Genau das ist eben leider kein „Gesundheitssystem“.

Kriterien, die eine Überprüfung bzw. Diagnose anraten sind vor allem:

  • Flashbacks (Wiedererleben des Traumas wie bei einem Echo)
  • Vermeidungsverhalten, der Dinge bzw. Sinneswahrnehmungen oder körperlichen Zustände, die in Zusammenhang mit dem Trauma stehen oder stehen können.
  • Anhaltende Übererregung durch den chronischen/ traumatischen Stress.

Bruchstücke können ausreichen, eine Unsicherheit auszulösen, ohne dabei immer einen möglichen Rückschluss zuzulassen. Es ist also oftmals vollkommen unklar, woher die Belastung kommt. Daher können wir auch nicht gut darüber informieren und auch nicht nach der richtigen Lösung suchen. Das oben angesprochene Problem des Gesundheitswesens hierzulande tut dann leider oftmals sein Übriges dazu. Daher ist es wichtig, sich mit diesen Informationen nicht zu quälen oder „krank zu reden“, sondern mit diesen Verdachtsmomenten entsprechende Hilfe zu suchen.

Wichtige grundlegende Hinweise

  • Selbstdiagnostik ist Unsinn.
  • Wenn ein Ansprechpartner (Arzt, Psychiater, Coach, Heilpraktiker oder wer auch immer) nicht zuhört oder auf Fragen und Bedenken entsprechend eingeht, aufstehen und gehen.
  • Es gibt eine große Zahl von Ansprechpartnern und ich darf und muss für mich selbst auswählen.
  • Alle arbeiten in Netzwerken miteinander und tauschen sich aus. Wer nicht helfen kann oder nur teilweise, der gibt sicherlich gerne Empfehlungen, wenn es möglich ist.
  • Selbsttherapie führt an sich niemals zum Erfolg.
  • Bei Fremd- oder Selbstgefährdung muss ein Mensch sofort entsprechend beurteilt werden (professionell) und gehört ggf. sofort in eine Klinik, die sich gut um ihn kümmert.
  • Hypnosystemisches Coaching und Psychologische Beratung kann sehr gute Hilfestellung für den Alltag geben und diesen aushaltbar machen, bis eine Psychotherapie möglich sein kann. Manchmal ist das alleine auch ausreichend, was aber der Einzelfall hergeben muss.
  • Medikamente ohne entsprechende therapeutische Interventionen, die der Betroffene auch annehmen kann und möchte, machen schnell abhängig und sind sehr gefährlich. Man muss sich hier auch klar machen, dass der Antrieb durchaus schnell aufkommen kann, aber die Gedanken immer noch diffus sind. Wenn Ängste und Depressionen mit einem aufflammenden Antrieb zusammentreffen, dann wird dies oft zum Molotov Cocktail für diese Personen.
  • Nicht aufgeben und weiter nach Hilfe suchen und sich dabei einen Freund suchen ist ebenso wichtig.

Wir müssen zumeist die folgenden Elemente berücksichtigen:

  • Stabiler Alltag und äußere Sicherheit müssen gegeben sein/werden.
  • Ein behutsames Vorgehen mit sanftem Anfang ist wichtig.
  • Gefühle müssen wieder wahrgenommen und auch verarbeitet werden können.
  • Die Situation muss verstanden werden und die Zusammenhänge müssen klar werden. Hier ist nicht die Schuldfrage entscheidend, sondern der gesamte Zusammenhang.
  • Verabschiedung des Erlebten. Der Belastungszustand muss beendet werden und auch wirklich abgelegt. Es darf nicht immer wieder zu einer Retraumatisierung kommen – ob durch die äußere Realität oder das innere Erleben.
  • Beruhigung des Erlebens körperlich und seelisch.
  • Trauer muss verarbeitet werden dürfen.
  • Es braucht die richtige Hilfe – oftmals aus mehreren Elementen bestehend.
  • Beginnen, achtsam und vorsichtig vorgehen und nicht aufgeben, aber durchaus Pausen machen.
  • Körperliche Entspannungstechniken sind wichtig. Yoga, Tanzen, Tai-Chi und viele andere Möglichkeiten helfen sehr gut weiter.

Noch einmal ganz klar: Niemand muss sein ganzes Leben Qualen aushalten und sich abfinden. Keine Aussage – egal ob auf dieser Seite oder aus anderer Quelle – kann und darf so hingenommen werden. Wichtig ist es, wenn man sich hier wiederfindet, den Anfang zu machen und sich zu erkundigen. Gerne stehen wir für ein Gespräch zur Verfügung und helfen so gut weiter, wie es geht bzw. verweisen an entsprechende Stellen. Nicht aufgeben, sondern wieder Freude am Leben finden können, darum geht es. Das ist möglich, auch wenn es Zeit braucht. Je länger wir warten, desto schlimmer können wir es machen.

Wo bekomme ich Hilfe?

Gerne bei Rückfragen oder auch akuten Themen bitte Kontakt aufnehmen. Manchmal braucht es eine kurze Hilfestellung und manchmal eine schnelle Intensivhilfe. Jeder Mensch braucht eine andere Lösung, aber wir schaffen es eben meist nicht von alleine.

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Was eigentlich ist ein Trauma? Wie erleben und verarbeiten wir ein Trauma und wie können wir es überwinden? Der Weg zur Lösung kann manchmal ganz einfach sein.

Was eigentlich ist ein Trauma? Wie werden wir verletzt und was bedeutet das für uns und vor allem für unsere Seele? Wie erleben und verarbeiten wir ein Trauma und wie können wir es überwinden?

Was ist ein Trauma


Was ist ein Trauma?

Etwas, das von außen auf uns einwirkt und seelische wie körperliche Folgen haben kann, das nennen wir Trauma – körperlich oder seelisch. Das seelische Trauma ist uns hier wichtiger. Flucht oder Verteidigung – was wir sonst unternehmen – versagt in diesem Fall. Wir haben Angst – bis hin zur Todesangst, fühlen und hilflos und ohnmächtig. Angst und Panik breiten sich immer mehr aus. Schlimmer geht es kaum für uns. Man kann diese Erlebnisse und Gefühle nicht ausschalten.


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Man kann sich eiskalt fühlen, eingefroren und regelrecht emotionslos. Wir sind betäubt, stehen neben uns und alles läuft wie in einem Film ab. Man hat manchmal das Gefühl, nicht man selbst erlebt das gerade, sondern jemand anders. Wir schauen einfach nur tatenlos zu.

Traumata können durch Menschen zugefügt werden, durch Naturkatastrophen und kollektive Traumata (wie im Krieg). Die durch Menschen hinzugefügten sind die allermeisten und schlimmsten. Dabei ist es nicht wichtig, ob sie bewusst oder unbewusst zugefügt wurden. Je früher sie im Leben erlebt wurde und je länger sie andauerte, desto schlimmer wirkt sich eine traumatische Erfahrung auf uns aus. Auch ein uns nahestehender Täter verschlimmert die Erfahrung.

Wie verarbeiten wir ein Trauma?

Je früher und je intensiver es erlebt wird, desto schlimmer. Je jünger wir sind und je länger es andauert, desto schlimmer werden wahrscheinlich die Folgen für uns sein. Was wir als Kind erleben, was länge anhält und vielleicht auch noch von nahen Bezugspersonen zugefügt wurde, das bleibt länger gespeichert, als eine seelische Verletzung im Erwachsenenalter, die vielleicht auch nur einmalig vorkam.

Als Kind können wir uns nicht schützen, wir können ein Trauma schlecht verarbeiten und suchen Schuld als Kind sehr schnell bei uns. Daher kann ein einmaliges Erlebnis von Gewalt schnell als persönliche Schmach und Schuld erlebt werden, die uns noch Jahrzehnte verfolgen kann. Als Erwachsener kommen wir damit viel besser zurecht und lösen uns nach kurzer Zeit davon.

Bindungsstörungen haben auch Einfluss auf Traumata. Wenn Kinder keine gesunden Beziehungsmuster erlebt haben, dann entstehen schlechte Bindungsgefüge bei ihnen. Das ist nicht nur bei Heimkindern der Fall, sondern auch wenn Kinder zu oft und zu lange betreut werden, wenn sie Trennungen und Streits erleben und wenn sie vernachlässigt werden – oder sich vernachlässigt fühlen.

Auch das Klammern ist eine ganz schlimme Sache und eine massive Bindungsstörung. Wenn Eltern – insbesondere die Mütter – mit Ängsten und Depressionen zu kämpfen haben, dann übernehmen Kinder die Angst und klammern, fühlen sich unsicher und entwickeln oftmals schwierige Bindungsprobleme. Das Kind wird oftmals auch genötigt, die Verantwortung für das Elternteil – oft die Mutter – zu übernehmen. Gerade wenn Streit an der Tagesordnung ist, es zu Suizid (-Drohungen) oder Trennung / Scheidung kommt oder zu kommen scheint. Dann hört das Kind auf, die Welt selbst zu entdecken und ist nur noch für die Bindungsperson da, deren Verantwortung es übernimmt.

Das Hin und Her der Gefühle und der Beziehung zwischen Kind und Bezugsperson ist ein ganz massiver und unlösbarer Konflikt für das kindliche Erleben. Diese Situation kann ein Kind nicht verarbeiten oder bewältigen.

Nun stellen wir uns tot.

Wir können dem nichts entgegensetzen – auch Kampf oder Flucht scheitern. Daher stellen wir uns tot und das Trauma wird zum inneren Chaos von Bruchstücken. Daher kommt es später auch oft zu ganz diffusen Erinnerungen, die wir nicht zuordnen können und was uns somit von einer Lösung sehr weit entfernt. Das hilft zum einen, die Schmerzen zu lindern, aber wir können das Problem mit dem Trauma nicht verarbeiten. Unsere Stresstoleranz sinkt und wir leiden schneller sowie tiefer. Das Trauma verankert sich tief im Gehirn und wird immer wieder wahrgenommen. Dabei kann es sich verändern und unsere Wahrnehmung der Welt drastisch verändern.

Wie können wir hier eine erste Hilfe zur Lösung finden?

In Hypnose können wir sanft und leicht lernen, wie wir die Stücke zusammenfinden. Erst einmal suchen wir im Gespräch nach dem, was noch vorhanden ist und dann fügen wir das mit hypnotischen Übungen zusammen zu einer Erklärung, mit der wir dann in der Lage sind, nach Lösungen zu suchen. Das muss immer sanft und sehr zugewandt erfolgen, damit wir selbst der Lösung nicht immer weiter im Weg stehen.

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Als Kind erleben wir viele Dinge, die uns belasten und die uns Jahre oder gar Jahrzehnte verfolgen können, bis sie in uns Frieden finden. So erkennen wir es.

Als Kind erleben wir viele Dinge, die uns belasten und die uns Jahre oder gar Jahrzehnte verfolgen können, bis sie in uns Frieden finden. An 5 Verhaltensweisen erkennen wir das sehr leicht.

Traumata gehören zum Leben

Wir alle erleben traumatische Dinge – vor allem als Kind. Es braucht dazu nicht das an Gewalt, was unendlich oft geschieht, wie körperliche, seelische oder sexuelle massive Gewalt. Missbrauch und Gewalt können verbal, seelisch und körperlich sowie sexuell oder anders ausgeübt werden. Es reichen oft Streits der Eltern oder im Umfeld, eine Zeit lang sich abgelehnt oder nicht wahrgenommen fühlen oder einmal verlassen worden zu sein.


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Das bedeutet, dass wir eine ganz normale Kindheit erlebt haben, aber dennoch Traumata in uns schlummern- tief sitzende Verletzungen, für die es Heilung braucht. Als Kind sind wir sehr empfindsam und verletzlich. Das ist uns klar, wenn wir ein Kind sehen, aber als Erwachsene scheint uns nicht mehr bewusst zu sein, dass auch wir so ein hilfloses kleines Geschöpf waren. Man verletzt Kinder leicht und auch vollkommen unabsichtlich. Daher glauben wir, dass wir hier nichts heilen müssen, aber wir leiden weiter, ohne dass es zu einer wirklichen Lösung kommt. Die Probleme in uns wachsen und treiben die nachfolgenden Verhaltensweisen aus, bis wir beginnen, den Frieden damit zu machen.

5 verhaltensweisen kind trauma


5 Verhaltensweisen von Menschen die als Kind ein Trauma erlebt haben

Wir fühlen uns als Kind ungeliebt, hilflos und sind überfordert. Das geht bei einem Kind schnell, denn es lebt in einer Umgebung, die es vollkommen überfordert. Daher kommt es zu verheerenden Folgen, die wir später spüren werden. Die Erinnerung ist leicht verborgen im Unterbewusstsein, daher finden wir sie nicht, sie ist aber nach wie vor da und löst Dinge aus. Wir haben Erfahrungen in den ersten sechs Jahren des Lebens gemacht, in der wir uns unglaublich entwickeln – wie auch unser Gehirn, das nie mehr so schnell wachsen wird. Daher folgen oftmals diese Verhaltensweisen aus kindlichen Traumata:

  1. Versagensängste

Wenn du als Kind das Gefühl hattest, dass du nicht gut genug bist, dann hast du Angst davor zu versagen. Das ist der Rückschluss, den Kinder aus den belastenden Reaktionen der Umwelt ziehen, weil sie nicht verstehen, dass sie keine Verantwortung tragen. Als Kind empfindest du dich verantwortlich für deine Umgebung und glaubst, dass du die Schuld trägst. Streits der Eltern, in denen man sich gegenseitig oder wechselseitig darüber streitet, wie anstrengend das Kind ist / die Kinder sind, tragen dazu auch massiv bei. Und – wenn wir ehrlich sind – ist das vollkommen normal. Eltern zu sein ist anstrengend und überfordernd. Als Kind verstehen wir das natürlich nicht und fühlen uns verletzt.

  1. Stress und chronische Anspannung

Durch Traumata entsteht Stress in unserem Körper, was unseren Körper z.B. auch mit Noradrenalin und Cortisol flutet. Die Stresshormone und andere Körperreaktionen führen zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands. Danach wird – und das besonders leicht bei entsprechenden frühen Erlebnissen – ein Zustand der Hypervigilanz erreicht. Der Körper ist in massiver Vorsicht unterwegs und es kommt zu einer stetig wachsenden Anspannung. Wir können nicht mehr ausruhen, das Immunsystem leidet und wir schrauben uns hoch in Stress und Überlastungen.

  1. Unsicherheiten und Angststörungen

Je früher du Angst und Unsicherheit kennenlernst – und dazu braucht es als Kind nur kleine Portionen – umso schlimmer die Rückschlüsse, die wir daraus ziehen. Martin Seligman prägte hier den Begriff der „Erlernten Hilflosigkeit“. Wir glauben, dass gute Dinge zufällig geschehen sind und schlechte Dinge auf unserem Verhalten basieren. Das sorgt für massive Unsicherheit und entwickelt sich zu großen Ängsten.

Die Angst vor dem Autobahnfahren, Angst das Haus zu verlassen oder andere Ängste und Panikattacken werden immer massiver. Immer mehr Angst-Trigger sind plötzlich vorhanden. Da wir die Anfänge nicht richtig erkennen beginnen nachfolgende zwei weitere Verhaltensweisen.

  1. Vermeidungsverhalten

Zuerst einmal vermeiden wir alles das, was Angst macht oder wobei wir uns unsicher fühlen. Das kann sein, nachher nicht mehr Auto zu fahren, Treffen oder Menschenansammlungen zu vermeiden und auch keinerlei Risiken mehr einzugehen. So verliert man soziale Kontakte, Hobbys und Freundschaften.

  1. Sozialer Rückzug und Sozialphobie

Eine Folge hiervon ist der soziale Rückzug, der sich bis zur Phobie steigern kann. Nach und nach schottet man sich so sehr ab, dass es nicht mehr möglich ist, ein normales Leben zu führen.

Wie können wir damit umgehen?

Es ist nie zu spät, sich Hilfe zu holen. Manchmal kann man es auch strafrechtlich noch aufrollen, aber das möchten die meisten Menschen nicht. Es ist sicher auch nicht der wichtigste Punkt und manchmal wäre es sogar übertrieben bzw. sinnlos.

Wenn Eltern sich streiten, dann ist das sicherlich nicht strafrechtlich relevant, Missbrauch und Übergriffe sehr wohl. Leider aber ist es so, dass man viele Jahre wartet und zudem auch noch so lange, bis der Täter verstorben ist.

Tipps zur Aufarbeitung

Es braucht einige Dinge, damit wir es schaffen, diese Dinge aufzuarbeiten. Das ist immer eine Individuallösung. Manchmal reichen ein Coaching oder Hypnose Coaching aus und man spürt den inneren Frieden. Andererseits kann auch eine intensive Therapie erforderlich sein. Wichtig ist es, einfach Kontakt aufzunehmen und dann zu schauen, welcher Ansprechpartner Sinn macht. Auch möglich ist es, mehr über kindliche Traumata und deren Aufarbeitung im Rahmen einer Coaching Ausbildung oder Hypnose Ausbildung zu lernen.

Tipp1: Bewegung

Sport und Fitness sind gut und wir tanken neue Energie. Sport und Fitness sind super. Alles, was gerade möglich ist, kann gut für uns sein. Einfach einmal Zuhause etwas mehr bewegen, dann langsam nach draußen, kleine Spaziergänge und dann schauen, was möglich ist. Immer dran bleiben. Ideal ist es, wenn wir zuerst  3 x wöchentlich 20 Minuten erreichen und dann 5 x 30 Minuten. Wer mehr kann, der kann dies gerne tun.

Tipp2: Raus aus der Isolation

Das ist – wie alle Tipps – natürlich leichter gesagt, als getan. Wir müssen aber nach und nach die Isolation verlassen. Zuerst einmal Kontakt herstellen zu den Menschen, die für uns noch okay sind. Dann kann man sich mehr zutrauen. Wichtig ist es auch, sich Hilfe zu holen, aber auch das muss man erst einmal können. Manchmal muss man auch erst mit einem Coaching anfange, bevor man  eine konventionelle Therapie beginnen kann.

Tipp3: Beruhigung und Entspannung lernen

Wir brauchen mehr von unserer inneren Stärke und Ausgeglichenheit. Daher sind Atemübungen und Entspannungstechniken gut wie Atmung, Meditation und Achtsamkeitsübungen. Nach und nach kann man lernen, sich besser darauf einzulassen und bemerkt, dass es immer ein wenig leichter durch das Leben geht.

Tipp4: Gesund leben

Es braucht gesunde Ernährung und den Verzicht (so gut es geht) auf Alkohol, Zigaretten und Drogen sowie ausreichend Schlaf zu vernünftigen Zeiten. Je gesünder wir leben, desto besser werden wir mit Anstrengungen fertig.

Hilfe in Anspruch nehmen

Wenn wir Hilfe brauchen, dann sollten wir sie uns holen. Leider warten wir oftmals viel zu lange und machen den Weg damit unnötig lang. Jede Veränderung braucht eine gesunde Zeit, aber je länger wir warten, desto schwerer und längerfristiger wird es. Einfach Kontakt aufnehmen und einen Ansprechpartner aussuchen. Der Weg ist das Ziel und er kann leichter sein, als wir annehmen.